Tempo 50 statt freie Fahrt

Freizeithaus und Märchenviertel: Stadtjugendring setzt sich für Weiterentwicklung von Jugendräumen ein

 

Buxtehude. Ein starkes Signal für den Erhalt und die Zukunft des Freizeithauses in Buxtehude: Knapp 3.000 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben den Einwohnerantrag „Freie Fahrt fürs Freizeithaus“. In der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses stellte Achim Biesenbach vom Stadtjugendring die Initiative vor und rannte bei Politik und Verwaltung offene Türen ein.

 

Die Kampagne „Freie Fahrt fürs Freizeithaus“ entstand bei einem Krisentreffen des Stadtjugendrings mit Ehrenamtlichen, Eltern, Jugendlichen und Musikern, nachdem die Zukunft aufgrund einer Lärmbeschwerde eines Nachbarn gefährdet war. Ziel war und ist es, das Haus nicht nur zu erhalten, sondern zukunftssicher weiterzuentwickeln.

 

Schutz öffentlicher Räume

In seinem Appell betonte Biesenbach: „Es geht um mehr als ein Gebäude – es geht um den Schutz öffentlicher Räume.“ Zudem lobte er die frühe Unterstützung durch die Stadtverwaltung. „Andrea Lange-Reichardt hat in der Jugendhilfeausschusssitzung Ende September die nächsten Schritte klar dargestellt – und genau so ist es dann erfreulicherweise auch gekommen.“

 

 

Im Freizeithaus bleiben die Lichter an: MySixStages und BuxteRhymes, die zwei erfolgreichen Konzertreihen im FZH, finden dieses Jahr wieder statt.
Im Freizeithaus bleiben die Lichter an: MySixStages und BuxteRhymes, die zwei erfolgreichen Konzertreihen im FZH, finden dieses Jahr wieder statt.

Tempo 50 statt Stillstand

Dank des inzwischen vorliegenden Lärmschutzgutachtens ist der laufende Betrieb rechtlich abgesichert. „Von ‚Freie Fahrt‘ sind wir zwar noch entfernt, aber immerhin wieder bei Tempo 50“, sagt Biesenbach. Denn es gebe noch weitere Baustellen im Freizeithaus, wie die Sanitäranlagen und Barrierefreiheit.

 

Investitionen in diesem Jahr

Im Ausschuss korrigierte Andrea Lange-Reichardt, Leiterin der Fachgruppe Jugend und Familie, die bisher genannte Summe von 800.000 Euro deutlich nach oben: „Es stehen sogar eine Million und 50.000 Euro für das Freizeithaus zur Verfügung.“ Eine neue Lüftungsanlage soll noch 2026 eingebaut werden. Zudem stellte sie in Aussicht, dass mit der Investitionssumme weitere Verbesserungen möglich seien. Sie hoffe, bereits im kommenden Ausschuss konkretere Informationen liefern zu können.

 

Das Kinderforum im Märchenviertel wartet schon lange auf ein eigenes Gebäude - der Bauwagen ist nur eine Zwischenlösung
Das Kinderforum im Märchenviertel wartet schon lange auf ein eigenes Gebäude - der Bauwagen ist nur eine Zwischenlösung

 

Märchenviertel im Fokus: Kinderforum braucht Perspektive

Nachdem das Freizeithaus auf einen guten Weg gebracht ist, denkt der Stadtjugendring weiter: Auch das Kinderforum (Kifo) im Märchenviertel braucht dringend eine feste, moderne Unterkunft. Zwei Anläufe sind gescheitert – jetzt soll ein dritter folgen. „Die Kinder im Märchenviertel verdienen eine Stadtteil-Einrichtung, die mit der Roten Bude in Altkloster mithalten kann“, so Biesenbach.

 

Zuversicht aus der Verwaltung

Für Lange-Reichardt ist ein festverankertes Gebäude statt eines Bauwagens für die Jugendarbeit im Märchenviertel ebenfalls eine Herzensangelegenheit. Auch hier macht sie Hoffnung, unterstützt von Gaby Wehrens, Fachbereichsleiterin für Bildung, Jugend, Sport und Soziales: „Gute Jugendarbeit ist Prävention und hat in Buxtehude einen sehr hohen Stellenwert“, so Wehrens. „Es werden Gespräche geführt – und ich bin zuversichtlich, dass wir hier etwas bewegen können.“

 

Quelle: Neue Buxtehuder Wochenblatt, Artikel von Nicola Dultz, erschienen am 31. Januar 2026, vielen Dank für die Erlaubnis zur Wiedergabe an dieser Stelle.