Thessaloniki zu Gast in Buxtehude

Beim Freizeithaus pflanzte die Gruppe einen Austausch-Baum, der künftig genauso wächst und Früchte trägt, wie der Austausch selbst. Fotos: SJR
Beim Freizeithaus pflanzte die Gruppe einen Austausch-Baum, der künftig genauso wächst und Früchte trägt, wie der Austausch selbst. Fotos: SJR

Der Stadtjugendring Buxtehude (SJR) startet eine neue Austauschpartnerschaft mit United Societies of Balkans (USB) aus Thessaloniki in Griechenland. Zum Auftakt findet ein deutsch‑griechischer Jugendleiter-Austausch unter dem Titel „Building Bridges in Youth Work“ statt, dessen erster Teil jüngst in Buxtehude stattfand.

 

Zehn ehrenamtlich engagierte Griechen waren zu Gast in Buxtehude, um Einblicke in Jugendarbeit, Kultur und Geschichte zu gewinnen und eine langfristige Partnerschaft aufzubauen. Das Programm wird durch das Deutsch‑Griechische Jugendwerk (DGJW) gefördert.

 

Start der Radtour ins Alte Land - für Griechen war es eine ungewohnte Art der Fortbewegung
Start der Radtour ins Alte Land - für Griechen war es eine ungewohnte Art der Fortbewegung

Im Mittelpunkt standen praxisnahe Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit der Hansestadt. Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste vom Verkehrsübungsplatz der Verkehrswacht und dem Kinderforum des SJR an der Grundschule Rotkäppchenweg, wo niedrigschwellige Lern- und Freizeitangebote für Kinder vorgestellt wurden. Die Facetten der Jugendarbeit wurden deutlich bei Besichtigungen im Freizeithaus, bei der „Roten Bude“ und der Schützengilde.

 

Ein weiterer Höhepunkt war die gemeinsame Radtour zur Apfelblüte ins Alte Land. Bei sommerlichen Temperaturen führte die Strecke durch die Obstplantagen nach Jork inklusive Führung auf einem Obsthof. Die Mischung aus Bewegung, Naturerlebnis und regionaler Kultur sorgte für viel Begeisterung, obwohl das Radfahren für die meisten Griechen eine ungewohnte Herausforderung darstellte.

 

Hannoverscher Bahnhof - gelegen zwischen Hauptbahnhof und HafenCity - im 3. Reich der Verladebahnhof der Deportationszüge, heute ein Gedenkort
Hannoverscher Bahnhof - gelegen zwischen Hauptbahnhof und HafenCity - im 3. Reich der Verladebahnhof der Deportationszüge, heute ein Gedenkort

Einen ernsten, aber wichtigen Programmpunkt bildete der Besuch der Gedenkstätte Hannoverscher Bahnhof in Hamburg. Die deutsch-griechische Gruppe setzte sich dort mit der Geschichte der nationalsozialistischen Deportationen auseinander und diskutierte über Formen historisch-politischer Bildungsarbeit in beiden Ländern.

 

Sportlich wurde es beim Heimspiel der BSV‑Handball-Damen im Derby gegen Oldenburg in der Halle Nord. Für die griechischen und auch die meisten deutschen Teilnehmenden war es der erste Besuch eines Handball-Spiels – entsprechend groß war die Stimmung auf den Rängen.

 

Ein besonders emotionaler Moment war das gemeinsame Pflanzen eines Austausch-Baums beim Freizeithaus. Die Teilnehmenden aus beiden Ländern griffen gemeinsam zu Spaten und Gießkanne – ein sichtbares Zeichen dafür, dass aus dieser neuen Partnerschaft etwas Dauerhaftes entstehen soll. Der junge Baum steht sinnbildlich für das, was der Austausch bewirken möchte: Wurzeln schlagen, wachsen, sich entwickeln und langfristig Früchte tragen – in Form von Projekten, Begegnungen und Freundschaften. Der zweite Programmteil findet im Oktober in Thessaloniki statt, für kommendes Jahr ist ein Jugendaustausch geplant.